Kurz vorm Auskreisen
Kurz vor neun, ich steige aus der U-Bahn und packe Gedanken/Schlafversunken mein Buch weg, ein glatzköpfiger Mittvierziger in Lederjacke steht vor mir, meint “Hörma Kollege, kannste mir kurz helfen?..” und schaut desorientiert in die Landschaft. ‘Gut’ denke ich, ‘der will bestimmt irgendwohin und würde gern nach den Weg fragen’, also bleibe ich stehen. Dann fängt er an zu erzählen, dass er gerade keinen Job hat und auch keine Wohnung und überhaupt.. Daraufhin bin ich zwar einfach weitergegangen, aber ich hätte fast eine Affekthandlung begangen. Ich war so unhaltbar sauer, weil ich mir morgens als erstes seine Visage anschauen muss, als ob er der einzige wäre, der seine Probleme hat. Das hat jetzt eine Stunde und zwei Knorkator-Videos gebraucht, bis ich wieder runtergekommen bin.
motz
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